@ Martin Reicher:
lies das von carmecon und ein Teil Deiner Fragen sind beantwortet.
Nein, man muss nicht mit dem Mountainbike ins Gebirge um das Material zu fordern. Auch Kopfsteinplaster, Bordsteinkanten, Gullideckel oder heftige Vollbremsungen auf normaler Strasse (von Feldwegen garnicht zu reden) koennen das Material beanspruchen. Das sollte man vor allem bedenken, wenn man (wie ich) mit 1,83m und 75-85 kg (oder darueber
)auf einem Rad sitzt.
Mein erstes Mountainbike (1990) war ein Centurion (auch nicht gerade eine "Edelmarke") hat damals 1300.- DM gekostet. Nach 4 Wochen Waldwegen usw. hat sich die Gabel verabschiedet - Bruch (Zum Glueck nicht schlagartig, konnte also noch reagieren). Dem Ding eine neues Gabel verpasst und einem Bekannten geschenkt (der hatte etwa 60 kg und hatte wirklich viel Spass mit dem Rad). Mein darauffolgendes Rad war ein 2500.- DM Alurad (Fisher AL-1 wem das was sagt) - ich fahre das Teil immer noch - bisher nur normale Verschleissreparaturen...
Ich habe eine zeitlang beim Stadler in Regensburg gearbeitet (groesstes Zweiradcenter Deutschlands oder Europas oder wasweissich). Die "Qualitaet" der Billigraeder die ich dort zusammenschrauben durfte war erschreckend und die echten Reklamationen in diesem Zusammenhang wohl nur die Spitze des Eisbergs - viele denken wohl das sei normal.
Wenn also ein Billigrad, dann bitte erst ueberlegen was man damit machen moechte. Wenn man einen serienmaessigen Polo faehrt kommt man ja auch nicht auf die Idee mit 100 Sachen ueber einen Feldweg zu heizen und zu erwarten hinterher seien die Stossdaempfer noch in Ordnung (von der Chance sowas zu ueberleben ganz abgesehen).
Wenn Du Dir ein 200€-Rad kaufst (und das dann heutzutage auch noch vollgefedert
) dann bedenke: es geht etwas kaputt - das ist eine Tatsache, nur eine Zeitfrage (das ist auch bei den Teueren so, da dauert es nur ein wenig laenger). Wenn Du Dich dann nicht selbst mit der Reparatur auskennst darfst Du zum Fachhandel gehen und das kostet dann richtig Geld. Im Falle einer Reklamation hast Du bei Supermaerkten dann eh' oft einen deutlich groesseren Aufwand weil die entsprechenden Ansprechpartner erstmal gefunden werden muessen...
Trotzdem muss ein solches Rad nicht zwangslaeufig schlecht sein nur muss man halt den sehr eingeschraenkten Nutzwert in Kauf nehmen.
Zum Thema Gewichtsunterschied: Mein erstes MTB: 14 kg, das Fisher AL-1: 12 kg, mein Marin "Team Marin" von '96 hat 10,5 kg - der Gewichtunterschied war fuer jeweils deutlich zu spueren - und dabei bin ich wohl eher als Hobbyfahrer einzustufen, nicht 'mal sonderlich sportlich (also nicht ein Freak der jedes Wochenende etliche Stunden auf dem Rad verbringt). Bei laengeren Bergauffahrten im Wald (die man dann oft im ersten Gang gerade noch so treten kann) merkt man jedes halbe Kilo das das Rad (und der eigene Hintern) weniger hat - noch vielmehr merkt man dann aber wie verwindungssteif (und damit leider auch oft: teuer) ein Rahmen ist und dadurch: wieviel der investierten Kraft in Vortrieb und nicht in Biegearbeit im Rahmen umgesetzt wird.
Allerdings bin ich vom Marin auch nicht uebermaessig begeistert, weil eben solche Leichtbauten doch auch wieder Nachteile in der Stabilitaet einzelner Komponenten haben und so der Verschleiss wieder hoeher ist als bei einem etwas "konservativeren" Rad. So musste ich z.B. beim Marin schon nach 2 Wochen die serienmaessige Sattelstuetze durch eine zwar ebenso leichte aber dafuer leicht doppelt so teure Stuetze ersetzen - die "alte" war komplett verbogen (mein Gewicht wieder).
Die Tendenz billige Mountainbikes mit Vollfederung auszustatten ist auch eher ein (schlechter) Witz. Man muss sich nur 'mal ueber Mountainbikes informieren und wird schnell feststellen dass selbst billige Federgabeln (die auch diesen Namen verdienen weil sie ihre Funktion ueberhaupt erst halbwegs erfuellen) selten unter 200€ zu bekommen sind (von den High-End-Modellen fuer ueber 1000€ wollen wir hier garnicht reden). Und auch diese guenstigen Federgabeln wuerde ich nur unter gewissen Bedingungen empfehlen (Gewicht des Fahrers und Einsatzzweck). Komplette Raeder zu diesem Preis und auch noch Vollgefedert sind nur noch Verschleiss- und Defektanfaelliger und bereiten somit oft nur wenig Spass. Ich selbst fahre uebrigens komplett ungefederte Raeder - ich hatte noch nie den Bedarf mir Federung zuzulegen.
Fazit: Ich halte es gerne mit einem Zitat von Gary (Admin eines Nachbar-Mobilfunkforums): "Ich habe zuwenig Geld um mir etwas Billiges zu kaufen!"
Ein billiges Rad ist oft nur Geldverschwendung, entweder weil man sich bald wieder ein billliges Rad kaufen muss, Geld in Repaeraturen stecken muss oder weil man irgendwann die Schnauze voll hat und sich doch ien teureres Rad kauft (haette man gleich tun sollen).
Aber: es kommt halt darauf an was man damit machen will und wie man das Rad beansprucht.
Weiterfuehrende Links:
Stiftung-Warentest
http://www.ndrtv.de/ratgeberte…en/fahrraeder_billig.html
http://www.swr.de/infomarkt/le…ag/t_city-fahrraeder.html
http://www.ulf-hoffmann.de/Fah…e2001/Fahrradartikel.html
oder bei Google einfach 'mal " Stiftung Warentest Fahrraeder " eingeben...
@ Carmecon: ich hoffe Dein Freund hat sich wieder gut erholt - ganz schoen heftig sowas...