Wer in den letzten Wochen bei Ebay oder anderen Auktionshäusern falsche 300 Euro Scheine ersteigert hat, bekommt in diesen Tagen Post von der Hauptverwaltung der Deutschen Bundesbank. Diese fordert zur sofortigen Rückgabe der Scheine auf und droht mit der Einleitung eines Ermittlungsverfahrens.
"Sie sind dem 100 Euro-Schein nachempfunden und täuschend echt. Aus diesem Grund liegt ein Verstoß gegen Paragraph 128 des Ordnungswidrigkeitsgesetzes vor, der eine Verbreitung von Banknotenabbildungen, die geeignet sind, im Zahlungsverkehr mit Papiergeld verwechselt zu werden, untersagt", erklärte ein Mitarbeiter der Hauptverwaltung Frankfurt im Gespräch mit ZDNet.
Durch Zufall war der Mitarbeiter beim Durchstöbern der Auktionsplattform Ebay auf diese Scheien gestoßen: "Wir haben daraufhin mit den Verkäufern Kontakt aufgenommen und unser Interesse an den Papieren bekundet. Wer jetzt Reue zeigt und uns alle Scheine, die er besitzt, zurückschickt, hat keine negativen Folgen zu befürchten. Erst wenn wir Zweifel an der Ehrlichkeit der Angeschriebenen haben oder diese uns nicht die Namen derjenigen geben wollen, die die Scheine inzwischen besitzen, werden wir ein Ermittlungsverfahren einleiten“, so der Mitarbeiter, der nicht namentlich genannt werden möchte. Inzwischen wurden Ebay und andere Auktionshäuser auf diese Ordnungswidrigkeit hingewiesen und diese haben den Handel mit den Scheinen unterbunden.
Wer die Juxpapiere im großen Stil erworben hat, gegen den wurde schon jetzt ein Ermittlungsverfahren eingeleitet und ein Anhörungsbogen verschickt: „Wir arbeiten mittlerweile auch sehr eng mit der Firma zusammen, die die Scheine produziert hat. Das Unternehmen hat inzwischen 600 und 1000 Euro-Scheine angekündigt, die aber aufgrund ihrer deutlichen Zeichnungen eher an ein Zahlungsmittel in einem Etablissement erinnern und deswegen sehen wir hier noch keinen Handlungsbedarf“, so der Mitarbeiter.