Hallo TT,
nach langer Absenz melde ich mich heute mal wieder mit einem Review über mein neuestes téléphone portable. Wie einige von euch schon mitbekommen haben, bin ich seit einigen Wochen stolzer Besitzer eines T39m in Bleu Classique. Mal schauen was es so alles auf der Pfanne hat.
Äußerlichkeiten
*************
Als ehemaliger R320/ R380 Benutzer erhoffte ich mir vom T39 zwei Dinge: Erstens ein etwas hemdtaschenfreundlicheres Format und zweitens eine Verarbeitung wie aus einem Guß. Erstere Forderung wurde vollauf erfüllt: Gerade mit dem HPM-10 wurde das R320 doch etwas arg lang, während das T39 mitsamt dem Modul bequem in einer Ledertasche fürs R320 (ICE-10) Platz hat. Einfach toll. Meine zweite Hoffnung wurde leider nicht erfüllt, denn während bei den großen R-Modellen die Oberschale auch nach über einem Jahr absolut bombenfest sitzt, hat sie beim T39 merkliches Spiel, was traurig an den finnischen Nachbarn erinnert. Ich glaube zwar nicht daß dieser Makel alle T39 betrifft, aber bedauerlich ist es schon. Wenigstens sorgt das Ericsson-typische Magnesiumchassis dafür daß sich die Knarzgeräusche in Grenzen halten.
Die Farbe ist mal wieder eine absoluter Volltreffer: Wärend Andere quietschbunte und/ oder billig auf Silber getrimmte Telefone verkaufen, ist das T39m absolut zeitlos und elegant geworden. Gleichzeitig ist es aber unauffällig genug um auch im Geschäftsleben eine gute Figur zu machen.
Die Klappe wirkt solide verarbeitet und auch 500 Klappenvorgänge später zeigt sie keinerlei Ermüdungserscheinungen. Insgesamt wirkt die Oberfläche im Vergleich etwa zum T28 wesentlich "organischer", also nicht ganz so plattgedrückt. In der Tat ist das T39 einige Millimeter dicker als das T28 mit gleichem Akku, aber angesichts der weitaus überlegenen Funktionen wird das wohl jeder in Kauf nehmen.
L'Écran
******
Oft wurde beim T28 zu recht bemängelt daß die Anzeige für ein Telefon dieser Preisklasse viel zu klein sei. Dieser Vorwurf ist auch völlig gerechtfertigt, denn die Anzeige beim T28 IST winzig. Beim T39 ist der Schirm zwar auch nicht gerade riesig, aber es liegen doch Welten zwischen dem grobgerastertem Sehschlitz beim T28 und der hohen Auflösung beim T39. Es kann immerhin fünf Zeilen darstellen, was für mich als nicht SMS-Sender völlig ausreichend ist. Für WAP wird man natürlich eher aufs R380 ausweichen, weil WAP auf normalen téléphones portables einfach wenig Freude bereitet.
Tastatur
*******
Nun, bei einem Telefon dieser Größe war ich durchaus zu Kompromissen bereit, weil ich wußte daß die Tastatur eines R320 ein Luxus war, den ich wohl nie wieder bekommen würde. So gesehen war ich von der Tastatur beim T39 durchaus überrascht, auch wenn die Yes/No Tasten etwas unpräzise zu bedienen sind. In Verbindung mit einem Tastenton ist die Tastatur auf jeden Fall besser als der Durchschnitt, vom S55 ganz zu schweigen. Was die Beleuchtung angeht, so war ich etwas enttäusch weil gerade die Mitte der Tasten nicht ausgeleuchtet wird, was anfangs gewaltig irritiert.
Sprachqualität/ Empfang
********************
Typisch Ericsson. Mehr braucht man eigentlich nicht sagen: Der Ton ist schön laut und klar und auch der Gegenüber beschwert sich nicht, wie es uns eine gewisse Zeitschrift klarmachen will. Der Empfang ist mindestens so gut wie der meiner anderen Ericssons, obwohl deren Antennen ein gutes Stück länger sind. Dafür kann man im T39 auch die Ericsson Ausziehantenne einsetzen, womit das Telefon auf die gewaltige Länge von maximal etwa 25cm anwächst. Da sind große Augen bei den Nokia Kiddies vorprogrammiert wenn erst die Klappe fällt und dann aus dem winzigen portable [por'tabl] eine Bohnenranke von Antenne erscheint. Bei mir bringt die Antenne aber keine nennenswerte Verbesserung, weil ich sowieso im Funkschatten eines Hauses sitze, was mir allenfalls zwei Balken Empfang einbringt. Trotzdem schön daß Ericsson sein letztes Antennengerät noch nach der alten Schule gestaltet hat.
Ausstattung
**********
Jetzt kommen wir zur Hausdisziplin des T39. Auch wenn es inzwischen Geräte mit Farbanzeige und MMS gibt, erreichen diese Geräte in den seltensten Fällen die Ausstattung, die das T39 schon vor fast zwei Jahren hatte:
- Triband Sendeeinheit
- Bluetooth (TM) Funktechnologie
- T9 Eingabehilfe
- synchronisierbarer Kalendar
- erweitertes Adreßbuch
- Infrarotschnittstelle
- WAP Zugang und Abfrage eines POP3-Kontos
- Kanalbündelung über GPRS (3+1)
- Kanalbündelung über HSCSD
- Erweiterte Sprachsteuerung
- integriertes Malprogramm
dazu kommt noch die Standardausstattung:
- 5 zeilige Graustufenanzeige
- Standard - Ericsson Akkufach
- Antennanschluß
- Sprachspeicher
- Profile mit automatischer Umschaltung
- Genaue Anzeige der verbleibenden Bereitschaftszeit in Stunden/ Minuten
- Eieruhr
- Wecker
- Stoppuhr mit Zwischenzeiten
- Hintergrundbilder
- Codememo
- Taschenrechner
- 2 Spiele (Erix und Tennis)
- Die blinkende Leuchtdiode
Aber der Reihe nach. Ich glaube über Triband, die Datendienste und die Standardausstattung braucht man keine großen Worte zu verlieren. Eher schon über die Integration der Bluetooth Einheit:
Bluetooth (TM):
*************
Mit dem T39 brachte Ericsson eines der ersten Geräte heraus, das die Bluetooth Technik ab Werk fest integriert hatte. Das war natürlich mit einem gewissen Risiko verbunden, denn auch Siemens war mit dem S25 vorgeprescht und wegen einer veralteten WAP Spezifikation auf die Nase gefallen. Bei Ericsson ging die Sache aber zum Glück gut, was aber wahrscheinlich auch daran liegt, daß Ericsson Teil des Bluetooth Konsortiums ist. Jedenfalls arbeitet das standardkonforme T39 mit weitaus mehr Geräten Zusammen als etwa das modernere Nokia 6310. Ich habe mir zum T39 stilecht auch noch das HBH-10 geleistet, was die erste kabellose Freisprecheinrichtung war, die auf dem Markt erschien. Die Koppelung klappte einwandfrei und nach kürzester Zeit. Die Sprachqualität ist exzellent, aber die Reichweite ist von den theoretisch möglichen 10 Metern weit entfernt. Schon bei der Hälfte hört man deutliche Einbußen und erst recht dann wenn Hindernisse im Weg sind. Der Externe Adapter IBT-10 (?) leistet da wesentlich besser Arbeit. Das kann aber auch daran liegen daß das Chassis beim integrierten Bluetooth etwas Sendeleistung schluckt, was beim freistehenden Adapter nicht so sehr der Fall ist. Auf jeden Fall ist die Reichweite etwa fürs Auto völlig ausreichend.
Das T39 kann übrigens auch via Bluetooth mit einem Outlook Kalendar abgeglichen werden, was gerade bei Notebooks vorteilhaft ist, weil man sich wieder ein Kabel spart. Bei stationären PCs spricht dagegen nichts gegen ein Kabel: Das ist mit 115k2 bps genauso schnell und kann das Telefon gleichzeitig laden, was über Bluetooth leider noch nicht so recht funktionieren will
T9
**
Oft wurde bei Ericsson die langsame Menügeschwindigkeit und das etwas träge T9 bemängelt. Ich für meinen Teil komme mit dem Menü sehr gut zurecht und auch die Eingabehilfe ist für meine Zwecke ausreichend schnell. Man schreibt nicht mehr ganze Wörter voraus wie etwa beim R320, sondern kann bei geruhsamem Tippen bequem eine SMS eingeben. Wer meint seine 220 Anschläge pro Minute auch unterwegs darbieten zu müssen, dem sei eine handliche Reiseschreibmaschine mit Brieftaube oder ein gutes Internetcafé empfohlen. Sonst freut sich der Orthopäde.
Kalendar
*******
Was soll man groß über einen Kalender sagen? Nun, der Kalender beim T39 bietet solide Hausmannskost. Ich persönlich benutze zwar lieber das R380 mit seinem vollwertigem Kalendar, aber auch das T39 macht seine Sache so gut wie es in dieser Baugröße nur geht. Man wird kaum jemals einen Termin verpassen, aber abgesehen davon verwende ich lieber etwas "richtiges."
Sprachsteuerung
**************
Das ist mal wieder eine richtig schön durchdachte Ericsson Innovation: Bei Angeschlossener FSE kann man mit einem "Zaberwort" Sprachkommandos eingeben, ohne je das Gerät oder den Ohrhörer berührt zu haben. So kann man etwa beim Autofahren mit einem "Kommando - Christoph - mobil" einen Anruf bei Christoph auf dem Mobiltelefon auslösen. Sehr durchdacht auch die Präzisierung falls man etwa für "Christoph" eine Nummer daheim, im Büro und eine Mobilnummer eingespeichert hat. Toll! Aber es geht noch mehr: Man kann sogar Profile auf diese Weise umschalten und bei späteren Softwareversionen sogar noch weitere Menüfunktionen (Ich glaube ich muß meine R2k mal auf was zeitgemäßes aktualisieren lassen
Die anderen Funktionen sollten im Prinzip bekannt sein und würden wohl nur den Rahmen dieses Berichts unnötig aufblähen (*räusper* als wenn der Bericht nicht schon lang genug wäre
Ach ja, und Bert heißt mein T39 weil ich angesichts seiner Größe einen einsilbigen Namen wollte. Mein R320 ist am Rechner übrigens als "Erik" und das R380 als "Magnus) angemeldet - hübsche, nordische Namen, wie es einem Wikinger gebührt.
A bientôt,
Stephan
P.S.: Die Absenz von Anglizismen ist an dieser Stelle durchaus beabsichtig. Es ist ja schon unverschämt genug einfach im Alleingang einen anderen Staat anzugreifen, aber dann auch noch jegliche Opposition auf dem Niveau zertretenener "Freedom Fries" abzustrafen ist wirklich jämmerlich. Deshalb habe ich diesen Bericht zum Anlaß genommen mal bewußt auf Anglizismen (außer Eigennamen) zu verzichten und stattdessen die Begriffe unserer französischen Freunde zu verwenden.
Vive la France! Vive l'Allmagne! Vive L'Amitié Franco-Allemande!