Volksfeste, Kosten für Besucher und Betreiber

  • Zitat

    Original geschrieben von herbert1960
    Die Schausteller mit Fahrgeschäften dürften es nicht leicht haben, denn TÜV, Wartung und Sicherheitseinrichtungen kosten einiges.


    Bei den letzten Düsseldorfer Rheinkirmes mussten die Aussteller und Bierzeltbetreiber deutliche Mehrkosten für die Sicherheit aufbringen ( Loveparade Duisburg sei Dank ), das einige Hausbrauereien aus Düsseldorf ernsthaft überlegt haben, keine Bierzeit mehr auf die Kirmes zustellen - eines hat es am Ende dann auch nicht mehr gemacht. Der aufwand, die Kosten und der zu erwartenede Gewinn brachten das Ergebniss, es lohnt sich nicht mehr.


    Diese Jahr war von einigen Schausteller mit grossen Fahrgeschäften zu lesen, das die EU eine Änderungen von Sicherheitsbestimmungen für Fahrgeschäfte plane, so banal es klingt, aber die durchschnittliche Gewichtbelastungs pro Fahrgast soll von 75 auf 100kg erhöht werden. Das bedeutet für grosse Fahrgeschäfte Umbaukosten von meheren Hunderttausend Euro und das bei Anlagen die weit in die Millionen bereits gekostet haben und viele noch abbezahlt werden müssen.


    Einige Schausteller mit älteren Anlagen denken daher schon darüber nach, sich von Ihren Fahrgeschäften komplett zu trennen - es lohnt sich nicht mehr.


    Bei meinen Eltern in der Stadt war vor zwei Wochen Kirmes, sagenhafte zwei Fahrgeschäfte und zwei Buden waren dort - zu meiner Zeit waren es noch 6 plus etliche Buden.

  • Die Wies'n würde ich bei der Diskussion mal außen vor lassen, die spielt in einer anderen Liga. Da geht es bei jedem nur darum, möglichst viel abzugreifen. Und einem Australier der für was-weiß-ich-wieviel Geld um den halben Globus fliegt, hier dann ein Schweinegeld für die Unterkunft zahlt, den interessiert auch nicht, ob die Maß 9 oder 10 EUR kostet. Da geht es um das Dabeisein.


    Auf normalen Volksfesten ist es um einiges günstiger, von billig aber auch weit entfernt. Aber ist halt auch ne Frage wie ich es meinen Kindern beibringe. Bei uns ist die Ansage, dass nach ein paar Fahrten irgendwann auch Schluß ist. Und ob der Autoscooter 2x oder 3x gefahren wird, dürfte nicht recht viel mehr an Freude erzeugen. Essen gehen wir selten dort, höchstens mal was im Vorbeigehen. Für mich ist das Volksfest aber auch mehr Unterhaltung für 1-2 Stunden, muss da nicht den ganzen Tag verbringen. Und da ist es aus meiner Sicht auch bezahlbar. Zumal bei uns das Volksfest 2x im Jahr ist, da mach ich mir keine großen Gedanken.


    Und wenn ich rein nach den Preisen gehe, darf ich außerhalb des Discounters ja gar nichts kaufen. Jeder Kaffee bei Starbucks & Co ist genauso überteuert, trotzdem gönnt man sich sowas ab und zu oder geht mal Essen.

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    geschäftlich: iPhone SE (128 GB) mit T-D1 Rahmenvertrag

  • Hi


    man gebe seinen Kindern 10 EUR in die Hand und sage ihnen, das kannst Du verbrauchen, egal mit welcher Attraktion. Problem gelöst.


    Gewinner sind natürlich die Standbetreiber. Zumindest bei gutem Wetter ist so eine kleine Bude eine Gelddruckmaschine. Mehrere Zehntausend EUR sind da pro Woche als Gewinn! möglich.


    Zumal die Kombination aus Barzahlung und der Tatsache, daß niemand eine Quittung/Rechnung für ein Bier oder ein Fahrgeschäft haben möchte, dann auch gegenüber dem Finanzamt zu einiger Flexibilität verhilft.


    Gruß


    HHFD

    Gesendet von meinem Motofone F3

  • Zitat

    Original geschrieben von Samsungracer
    ...
    Diese Jahr war von einigen Schausteller mit grossen Fahrgeschäften zu lesen, das die EU eine Änderungen von Sicherheitsbestimmungen für Fahrgeschäfte plane, so banal es klingt, aber die durchschnittliche Gewichtbelastungs pro Fahrgast soll von 75 auf 100kg erhöht werden. ...


    Ein in vielen Bereichen notwendiger Schritt, wobei jeweils zu beachten ist, dass neue Grenzen wiederum über Jahrzehnte Bestand haben werden. Mit der Gewichtsklasse aus Kinderkarussel-Zeiten ist heute kein Blumentopf mehr zu gewinnen.


    Dass solche Schritte zu immensen Kosten führen liegt in der Natur der Dinge. Je nach Lobby (die der Schausteller ist wohl klein) werden notwendige Schritte zu Lasten der Verbraucher in alle Ewigkeit blockiert.


    So gelten in Parkhäusern noch heute Fahrzeugmaße, die man m.W. anhand der Kleinwagen aus den 1960er Jahren ermittelt hatte. Nur ist ein "Kleinwagen" heute nicht mehr das reguläre Familienfahrzeug und selbst das, was heute unter diesen Begriff fällt, entspricht keineswegs mehr den damaligen Abmessungen. Im Gegensatz zu den Schaustellern zieht das "zu teuer"-Argument in diesem Bereich aber nocht recht gut.


    Sorry für OT, aber ich wollte verdeutlichen, dass auch deutliche Kostensteigerungen in bestimmten Bereichen nicht wirtschaftlichen Belangen geschuldet sind - wie etwa immer größer werdenden Händen bei jedem Bürgervergnügen schon im Voraus zu sabbern beginnender Stadkämmerer. Dienten solche Gemeinde-Veranstaltungen füher dem Wohl der Bürger, betrachte ich inzwischen den Bestand der Stadtkasse als wesentlichen Antrieb städtischer Organisatoren.


    Wohin es führt, wenn Kommunen nach jedem Euro gieren, zeigte recht eindrucksvoll die Love-Parade in Duisburg. Die Überarbeitung von Sicherheitsbestimmungen ist also nicht "Schuld" der Loveparade, sondern ein längst notwendiger Schritt, vor dem man zuvor einfach nur die Augen geschlossen hatte.

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