Was nützen einem hohe mobile Bandbreiten bei HSPA und LTE ?

  • Angeregt durch die im Netzclub-Thread aufgekommene OT-Fragestellung möchte ich das hier mal konkretisieren.


    Was nützen einem hohe mobile Bandbreiten bei den lächerlich kleinen ungedrosselten Monatsvolumenpaketen?


    In dem Thread wurde argumentiert, dass einem das auch bei surfen was nütze, es aber nicht dafür gedacht sein, die neue Linux-Distri zu ziehen.


    Als einziger Vorteil beim Websurfen fallen mir die gerade bei LTE deutlich verkürzten Latenzzeiten ein. Allerdings dürfte das dem Websurfer egal sein und höchstens dem Spieler was bringen, wobei der wohl nicht mit den 5GB auskommen dürfte.
    M2M-Anwendungen, die oft genannt werden, z.B. Maschinensteuerungen oder sowas, brauchen weder Bandbreite, noch Volumen.


    Bleibt vielleicht als letzter Vorteil, dass die Kapazität der Luftschnittstelle insgesamt steigt, allerdings nützt das kaum einem, wenn hinterher die Bandbreite nicht zur Verfügung steht.
    Hier scheint nämlich auch das Problem für die Netzbetreiber zu liegen. Für die ist es sehr einfach, ihre Standorte funktechnisch mit der neuesten Technologie auszustatten. Erstens fallen die Preise ständig und ausserdem gibt es für Neuanschaffungen am Markt eh nur das aktuelle Gerät.


    Das Problem der Netzbetreiber ist anscheinend vielmehr die Anbindung dieser schönen neuen und schnellen Stationen. Für jeden Sendemast müsste eine Kabel- oder Richtfunkverbindung gelegt werden, unter Umständen kilometerweit über die Dörfer, die, wenn alles laufen soll, ein vielfaches der Bandbreite einer einzelnen Nutzerverbindung bereitstellt.
    Das scheint aber in vielen Fällen unmöglich zu sein, wie man z.B. oft an zur Abendzeit völlig dichten O2-Datenverbindungen sieht. Das liegt nur in seltenen Fällen daran, dass die Luftschnittstelle überlastet ist.
    DSL-Anbieter haben auf dem Land dasselbe Problem. Es ist halt einfach zu teuer, die vielfache DSL-Bandbreite erstmal durch den Wald zu bringen.


    Der Interconnectpreis von ein paar cent pro GB ist dagegen völlig unbedeutend und kein limiting factor.


    Bleibt also die Klemme der Anbieter, dass der Kunde die neueste, schönste Technik verlangt, dass sie aber gar nicht in der Lage sind, das in sinnvoller Konfiguration anzubieten. Eher nur so, als würden sie einen schicken neuen Porsche aus Kostengründen mit Mopedmotor verkaufen.


    Ändern wird sich daran wohl auch nichts, solange Werbung (schnelles mobiles Internet, alles ist neu bei uns) nur mit Schlagworten erfolgreich ist.

  • ***
    Ich hoffe auf die neuen Tarife von * skyDSL2+ * , die ersten haben ja schon getestet und
    sieht wohl ganz ordentlich aus.
    Man wird sehen, ob es diesmal der Durchbruch ist unddie Leistungsdaten dann dauerhaft stabil bleiben.
    Natürlich nur für die Leute interessant, die eine Sat-Schüssel montieren können,


    Grüße

  • Hallo,



    Zitat

    Als einziger Vorteil beim Websurfen fallen mir die gerade bei LTE deutlich verkürzten Latenzzeiten ein. Allerdings dürfte das dem Websurfer egal sein und höchstens dem Spieler was bringen, wobei der wohl nicht mit den 5GB auskommen dürfte.


    Bei VF ist es so, das du bei LTE eh schon mal ein deutlich höherer Datenvolumen hast und für HSDPA+ einen entsprechenden Tarif buchen musst, der dann auch 10 GB Volumen hat.


    Aber ich gebe dir Recht, die Bandbreiten braucht beim normalen surfen kein Mensch, bringen auch nichts, da die meisten Webserver die eh nicht bedienen können / werden. Sinn machen dir wirklich nur, wenn man grosse Downloads machen will, wie z.b. deine erwähnten Linux-Distris.


    Ich hab selber einen sehr schnellen Internetzugang zuhause und bei surgen bisher keinen Unterschied zwischen aktuell 128 MBit/s und früheren 20 Mbit/s gespürt. Dafür sind die Datenmengen einer Webseite viel zu klein, das sich der Leitungsbandbreite überhaupt auswirken kann.
    Selbst wenn ich ne Linux-Distri. runterlade, bremst immer noch der sendene Server die Geschwindigkeit gewaltig runter. Ich kenne nur wenige Server bzw. Dienste, womit sich solche Leitungsgeschwindigkeiten ausnutzen lassen. Selbst die tollen Speedtest-Server im Netz sind ja nicht mal mehr in der Lage, die Geschwindigkeiten zu messen ( wobei meine Meinung zu deren Aussagekraft eh eindeutig ist ).


    Ob ich mir nun mit LTE bei 30 Mbit/s oder mit HSDPA bei 3,6 Mbit/s eine Webseite aufrufen, den Unterschied im Seitenaufbau wird kein Mensch mit blosem Augen feststellen können. Dafür spielen zuviele andere Faktoren da noch reich.


    Zudem sollte man auch sagen, LTE ist immer noch ein stationärer Dienst, der als DSL-Ersatz dient. Mobiler Einsatz möglich, aber derzeit unsinnig, weil es kein Handover zu UMTS usw gibt.

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