Es geht mir auch nicht unbedingt darum auszurechnen wieviel Cent meiner persönlichen Gebühren für "Wetten daß" gebraucht werden. Sonst könnte man ja auch argumentieren daß man mit seinen Gebühren täglich 20 Stunden öffentlich-rechtliches Programm pro Sender finanziert obwohl man nur 2 Std. davon anschaut - und die vielleicht sogar bei den Privaten.
Mir geht es mehr darum daß ich finde daß "Wetten daß" allmählich eine finanzielle Größenordung erreicht und einen Zirkus, der sich um sich selber dreht, veranstaltet, die ich unangemessen finde.
Es werden horrende Summen in angebliche Megastars gepumpt, die nur aus Promotiongründen da sind und nicht mal den Anstand haben die Show über dort zu verbringen.
Da wird "mal eben" ein Keyboard mit einem Wert von sicherlich ein paar hundert EUR verschenkt...
Da fliegen - mit Sicherheit auf Kosten des ZDF's, also der GEZ-Zahler - irgendwelche VIP's ein, die dann in der ersten Reihe sitzen und zuschauen oder wie Frau Lauterbach die Couch bevölkern - obwohl diese Leute nicht zur Sendung gehören und es keinen Grund gibt warum sie solche Sachen vom ZDF bezahlt bekommen.
Ich will das "Arbeitslosen-Argument" nicht als Totschlagsargument anführen, aber ich finde daß eine Show, die sich "die größte Fernsehsendung Deutschlands" nennt, nicht so maßlos zeigen sollte, denn so empfinde ich "Wetten daß" inzwischen. Man kann eine gleich gute und interessante Sendung - ohne Abstriche in der Qualität oder Kurzweil für den Samstagabend - auch mit weniger Spektakel machen, und wahrscheinlich würde die Sendung noch profitieren weil es wieder mehr um den Inhalt, also interessante Wetten, und nicht irgendwelchen Sinnlos-Starrummel ginge.
Früher waren die Wetten spektakulär und wer seine Wette verloren hat, der hat zum Spaß des Publikums eine wirkliche "Strafe" absolviert oder eine Aufgabe erfüllt. Heute frage ich mich: wozu sind die Wettpaten da? Offensichtlich nicht mehr um als prominente Paten spektakulärer Wetten zu fungieren, sondern um ihr Produkt zu promoten. Die Fernsehsendung und der Wetteinsatz sind für die Stars nur noch lästiges Beiwerk und dann wird pro forma irgendein lächerlicher Wetteinsatz gebracht.
Es ist umweltpolitisch sträflich - weil total überflüssig - eine komplette Show mittels DHL stundenlang in Flugzeugen in andere Länder zu verfrachten. Diesen Unsinn gab es auch schon beim Musikantenstadl aus China. Was soll das?
Ich hatte schon geschrieben daß ich mir auch nicht vorstellen kann daß es finanziell gleich ausgeht mit einer Show aus D, A oder CH. Wenn man alleine mal überlegt was für ein Aufwand für die Beleuchtung und Herrichtung des Theaters getrieben wurde - das braucht man so in keiner deutschen Halle aufbauen weil die Technik dort schon vorhanden ist und eine ausgeleuchtete Bühne reicht, da muß nicht auch noch die komplette Arena in blau-gelb bestrahlt werden...
Ich kenne mich - auch wenn das nur ein Aspekt am Rande ist - sehr gut mit Verzollungen aus und möchte nicht derjenige gewesen sein, der für das ZDF die Aus- und Einfuhrgenehmigungen für jedes einzelne Stromkabel (so pingelig ist nämlich der deutsche Zoll) gemacht hat. Allein die Zollformalitäten, um die ganze Technik in ein Nicht-EU-Land zu bringen, müssen irrwitzig gewesen sein. Wer immer da zuständig war - derjenige hat sicher Alpträume von dieser Arbeit bekommen...
Mich würde auch interessieren inwieweit "Wetten daß" der lokalen türkischen Infrastruktur genutzt hat - oder hat man womöglich bis auf den letzten Pups alles in Eigenregie gemacht und sich von den Türken völlig abgeschottet? Ich vermute nämlich sehr daß das eine geschlossene, deutsche Veranstaltung war - so wie man am Ballermann keinen einzigen Spanier findet, jedenfalls nicht unter den Urlaubern. Jedenfalls habe ich nichts gesehen was deutlich darauf hinwies daß man in der Türkei ist und dem auch Rechnung trägt indem man bewußt türkische Inhalte einbindet.