Möchte mir ne Wohnung kaufen - Fragen

  • Zitat

    Original geschrieben von HoldaT
    Derzeit brauche ich mit 2 Kindern und Frauchen mindestens 100 m². In 7 Jahren, wenn die Große geht ist schon ein Zimmer übrig. 5 Jahre später das 2. Kinderzimmer. Warum soll ich mich also für den Lebensabend mit einer 120 m²-Immobilie behängen, in der ich dann mit meinem Frauchen Verstecken spiele und 50 % der Rente fürs heizen brauche?!


    Der Vorteil der eigenen 4 Wände besteht in der Möglichkeit, seine eigenen Vorstellungen und Wünsche in die Tat umsetzen zu können. Sei es nun ein kompett offenes Haus, ein großes Wohn- oder Badezimmer oder einfach nur ein behaglicher Kamin. Das sind alles Gestaltungsmöglichkeiten, die sich in einer Mietwohnung nicht oder nur sehr eingeschränkt umsetzen lassen. Dies trifft natürlich auch auf Eigentumswohnungen zu.


    Mir persönlich wären z.B. die 100m² für 2 Personen schon etwas zu beengt. Und ob man in einer 100m² Mietwohnung so viel weniger Aufwendungen für Heizung hat, als in einem gut gedämmten Eigenheim mit 160m² möchte ich jetzt auch mal bezweifeln. Die (mögliche) Differenz zzgl. eines kleinen Aufschlags überweist man halt an den Vermieter ;)


    Es gibt sowohl für als auch gegen eine Immobilie genügend Argumente. Diese Entscheidung muss jeder für sich treffen.

  • Zitat

    Original geschrieben von HoldaT
    Wieso bringen die Leute nur immer Alter und Immobilie in einen Zusammenhang???


    Nun ja wenn man mal ganz vereinfacht an die Sache rangeht kann man das so sehen:


    Ich kann mir 15 Jahre lang ein kleines Haus mieten (bei uns in der Gegend in einer annehmbaren Lage so um die 1.300 €/Monat) und habe danach rund 230.000 € ausgegeben und nichts in der Hand, oder ich zahle 15 Jahre lang einen Kredit über 1.300 € ab gebe 230.000 € aus und bin danach Eigenheimbesitzer. Selbst wenn man davon ausgeht, dass man in der Zeit noch einiges an Geld in das eigene Heim reinsteckt und man beim Verkauf ggf. einen satten Abschlag hat, so bleibt im Idealfall hinterher entweder ein schickes Haus oder ein Verkauferlös von sagen wir mal 120.000 € über. Das wäre dann schon eine schicke Zusatzsrente...


    Zumindest in der Theorie funktioniert das, Praxis ist dagegen sicher eine andere Sache und wer derartige Überlegungen anstellt sollte sich entsprechend vorher genau informieren, sonst zahlt man am Ende evtl. ganz schön drauf.


    Mal davon ab, dass für viele ein eigenes Haus/Wohnung einfach ein Wunschtraum ist "Haben wollen", egal ob es wirtschaftlich immer Sinn macht oder nicht. Gegen ein schickes Haus mit großem Garten, Kiesauffahrt und Zaun drumherum hätte ich auch nichts einzwenden, allein schon damit man das Tor hinter sich zumachen kann und Ruhe vor der sonstigen Welt "draußen" hat, dass wird aber wohl noch ein paar Jahre warten müssen denn wie richtig geschrieben ist eine Immobilie eben immobil und das erstreckt sich häufig dann auch auf ihren Besitzer. ;)

  • Zitat

    Original geschrieben von tobias2k
    die 100m² für 2 Personen schon etwas zu beengt


    Dann sei nur glücklich, daß Du nicht im letzten Krieg geboren wurdest,
    währenddessen und danach waren die Menschen schon über 3 eigene qm sehr froh.

    Gier frisst Hirn, soweit vorhanden | Rauchen bildet - Krebs Meine Frau starb daran.

  • Zitat

    Original geschrieben von tobias2k
    Mir persönlich wären z.B. die 100m² für 2 Personen schon etwas zu beengt. Und ob man in einer 100m² Mietwohnung so viel weniger Aufwendungen für Heizung hat, als in einem gut gedämmten Eigenheim mit 160m² möchte ich jetzt auch mal bezweifeln. Die (mögliche) Differenz zzgl. eines kleinen Aufschlags überweist man halt an den Vermieter ;)


    Ich finde eben dieses Argument des besser gedämmten EFH gegenüber der lausig kalten Mietwohnung immer wieder sehr sehr bestechend. Da ich selbst vom Bau komme und auch noch als Schadensgutachter arbeite, kann ich nur sagen: Dream on baby!


    Die 100 m²-für-2-Personen-Spinner (Sorry!) werden demnächst sicher ganz dumm aus der Wäsche gucken, nämlich dann wenn die Energiepreise auf dem heutigen Niveau bleiben oder tendenziell noch weiter steigen. Ich fürchte, dass der Wohnungsmarkt sich in naher Zukunft für ganz ganz viele Leute ganz schnell in einen Horrorabgrund wandeln wird. EFHs sind nämlich egal ob passiv, Null oder sonstwas das energetisch und ressourcentechnisch Dümmste was es auf der Welt gibt. Da wird der Wald voll gebaut, einen Straße, Kanäle und Elt gelegt. Anschließend ziehen die bekloppten Städter in den Wald und wollen per Kilometerpauschale auch noch die Aufwendungen für diese Dummheit der Allgemeinheit aufbürden!


    Heute hat im Spiegel einer die Prognose abgegeben, dass die masse der Leute, nämlich der Mopp sozusagen absehbar nur noch einen Raum heizen können wird. ...und von 100 m²-Räumen war glaube ich nicht die Rede.


    Die Zukunft für Wirtschaft und Immobilien liegt IMHO im kleinteiligen regionalen Markt. Pendeln ist demnächst (10 - 15 Jahre) unbezahlbar, herkömmliches Heizen ebenso.


    ChickenHawk: Nach 15 Jahren hast du schon wieder gute 20000 € Investitionsstau vergessen. Außerdem sind 230000 € in 15 Jahren mit einem Einsatz von 1300 € monatlich wohl kaum komplett zu tilgen?! Wie kalkulierst du außerdem die Verzinsung des Eigenkapitals? Mein eigenes Geld wirft über die Jahre immer nahe an 10 % nach Steuern ab... Warum sollte ich also einen Betonbunker als Eigennutzer kaufen, der mich 230 T€ + Zinsen kostet, wo ich doch nur knappe 195 T€ einzusetzen hätte um die Kiste für etwa 10 Jahre aus den Zinsen zu mieten??? Nach meiner Nutzungsperiode habe ich noch immer mein Geld komplett in der Hand, bin zwischenzeitlich flexibel geblieben (Krankheit, Job) und überlasse den Investitionsstau dem werten Vermieter.


    Aus meiner beschränkten Sicht sind Stadthäuser mit vergleichsweise kleinen bis mittleren Wohnungen zentrumsnah (komplette Infrastruktur) bzw. nahe dem ÖPNV die Zukunft. Mit dem explodieren der Energiepreise werden die Massen nämlich wieder zurück zu den Arbeitsplätzen ziehen müssen, da doch niemand ernsthaft gewillt sein wird mehr als 1/3 seines Einkommens für Transportkosten auszugeben und auch noch ein nebenkostenintensives Haus in der Pampa zu unterhalten. Pampa ist dabei auch die Schwäbische Alp, nicht nur die Lausitz oder MeckPom!

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  • Zitat

    Original geschrieben von HoldaT
    EFHs sind nämlich egal ob passiv, Null oder sonstwas das energetisch und ressourcentechnisch Dümmste was es auf der Welt gibt.


    Das schlimmst ist jetzt; ich muß Dir leider auch noch recht geben... :D


    Am günstigsten kam ich bisher in einer Mietwohnung weg, wo über, unter und links neben mir eine weitere Wohnung war.


    Ich brauchte teilweise im Winter fast gar nicht zu heizen, höchstens mal an extrem kalten Tagen. Die anderen Mieter haben quasi für mich mit geheizt.


    Das hat sich, seit dem ich Eigentümer bin, doch arg gewandelt.

    "Ein Volk sollte keine Angst vor seiner Regierung haben, eine Regierung sollte Angst vor ihrem Volk haben."

  • Der Argumentation bzgl. EFH stimme ich weitegehend zu. Jedoch sind - wie bereits gesagt - alle Aspekte auf die eigene Position zu beziehen.


    Wenn du - wie es aussieht - finanziell recht gut beieinander bist, hast du eine ganz andere Entscheidungsgrundlage.

    Zitat

    Original geschrieben von HoldaT
    Wie kalkulierst du außerdem die Verzinsung des Eigenkapitals?


    Welches Eigenkapital? Wenn es vorhanden ist, muss man die einbeziehen, ja.


    Wenn es aber kaum Eigenkapital gibt, sind eben Mietzahlungen anstatt verzinstes Kapital gegenüber Abzahlung + NK zu stellen. Dazu noch die Differenz des monatlichen Mehrbetrages, den man bei Mietzahlung tatsächlich hätte anlegen können. Dann aber auch noch Mietsteigerungen einbeziehen ... ;)


    So zahle ich z.B. ein wenig mehr bei angemessener Tilgung/Zinsen + NK inkl. Rücklage als bei einer gleichwertigen Mietwohnung. In meinem Fall als ETW mit Hausverwaltung, so dass ich mich um sehr viel nicht kümmern brauche, jedoch gegenüber einer Mietwohnung mitentscheiden kann (was zugegebenermaßen nicht in allen Gemeinschaften gut klappt).

    Mit Grüßen ...

  • Ich denke mal, jeder muß da für sich selber die Rechnung aufmachen.


    Ich hätte vor 5 Jahren (als ich gekauft habe) hier in der Gegend (hatte keine Lust, aus der Gegend weg zu ziehen, nur damit die Bude billiger wird) für 80qm² Warm knapp 800-1000 EUR zahlen müssen.


    Ich zahle jetzt für 120m² 1000,- EUR "warm" (also alle Kosten inkl. Rücklagen, Heizung, etc.).


    Ich bezahle also genau so viel, als ob ich zur Miete wohnen würde, aber ich kann auch mal eine Wand versetzen oder das Bad so gestalten, wie ich es will.


    Und sollte es irgendwann schief gehen, weil ich zum Beispiel Arbeitslos werden, dann verkaufe ich die Bude halt wieder. Selbst wenn das dann ein Nullsummenspiel wird, habe ich nicht wirklich verloren (ausser vielleicht der selbst geleisteten Arbeit).


    Und ob jemand ein Haus oder eine Eigentumswohnung haben will, ist doch reine Geschmackssache. Zwischen einem Reihenhaus und einer Eigentumswohnung besteht doch praktisch kein Unterschied.


    Und ein allein stehendes EFH kann sich nicht jeder leisten, bzw. ist gar nicht in jeder Gegend möglich.


    Und ich finde, das sollte jeder für sich entscheiden.

    "Ein Volk sollte keine Angst vor seiner Regierung haben, eine Regierung sollte Angst vor ihrem Volk haben."

  • Zitat

    Original geschrieben von HoldaT
    Ich finde eben dieses Argument des besser gedämmten EFH gegenüber der lausig kalten Mietwohnung immer wieder sehr sehr bestechend.

    Kannst ja mal Versuchen einen Vermieter dazu zu bringen, die Dämmung zu verbessern oder 3-fach verglaste Fenster einzubauen. Solange die Mieter selber für ihre Energiekosten aufkommen, wird der einen Teufel tun sein Geld zu investieren, um die Nebenkosten seiner Mieter zu reduzieren.
    Und wenn er es doch tut, legt er es schön auf die Miete um. Wie gewonnen, so zerronnen ...


    Zitat

    Da ich selbst vom Bau komme und auch noch als Schadensgutachter arbeite, kann ich nur sagen: Dream on baby!

    Dann scheinst du dich mit Konzepten ala 3-Liter-. Passivhaus und Heizen mit erneuerbaren Energien noch nicht wirklich beschäftigt zu haben. Vielleicht doch mal einen Auffrischungslehrgang buchen?


    Zitat

    Die 100 m²-für-2-Personen-Spinner (Sorry!) werden demnächst sicher ganz dumm aus der Wäsche gucken, nämlich dann wenn die Energiepreise auf dem heutigen Niveau bleiben oder tendenziell noch weiter steigen.


    Ich für meinen Teil glaube, dass du vor mir dumm aus der Wäsche guckst ;)
    Bei der Planung des Hauses wurden alle Vorkehrungen getroffen um den Bedarf an nichtregenerativen Energien in kürzester Zeit auf ein Minimum reduzieren zu können.
    Dazu zählen beispielsweise die Vorbereitungen zur Installation von Kollektorflächen, einer Pelletsheizung, oder freie Kaminzüge für eventuelle Öfen. Selbst Erdwärme ist realisierbar.


    Aber einen ungeschlagenen Vorteil hat die Mietwohnung: Wenns wirklich mal knüppeldick kommt, kann man die laute Musik vom Nachbarn links/recht/über/unter einem zum Anlass nehmen, um sich in dessen Türrahmen kurz aufzuwärmen ;)


    Zitat


    Ich fürchte, dass der Wohnungsmarkt sich in naher Zukunft für ganz ganz viele Leute ganz schnell in einen Horrorabgrund wandeln wird. EFHs sind nämlich egal ob passiv, Null oder sonstwas das energetisch und ressourcentechnisch Dümmste was es auf der Welt gibt. Da wird der Wald voll gebaut, einen Straße, Kanäle und Elt gelegt. Anschließend ziehen die bekloppten Städter in den Wald und wollen per Kilometerpauschale auch noch die Aufwendungen für diese Dummheit der Allgemeinheit aufbürden!

    Kannst du dich bitte mal entscheiden, ob du über die finanziellen (Neben-)Aspekte eines eigenen Hauses oder über dessen Energiebilanz sprechen willst?


    Zitat

    Heute hat im Spiegel einer die Prognose abgegeben, dass die masse der Leute, nämlich der Mopp sozusagen absehbar nur noch einen Raum heizen können wird. ...und von 100 m²-Räumen war glaube ich nicht die Rede.

    Ein Tipp am Rande: Man sollte nicht alles glauben. Zumindest nicht ohne es zu hinterfragen.


    Diese Aussage ist genauso neutral und informativ wie der Artikel "Vorsicht vor gefälschten Arzneimitteln" [Seitenhieb auf online-Apotheken] in der letzten Apothekenrundschau. Fehlt eigentlich nur noch ein Satz ala "Ihr Apotheker berät sie gerne"
    Ups, so ein Satz steht ja auf der entsprechenden Seite des "Kompetenzzentrums".
    Die beraten dich gerne und haben sogar schon Kooperationspartner, mit deren Hilfe sie deine Energieprobleme lösen. Na was ein Zufall ....


    Mit der Angst der Menschen lässt es sich halt am besten Geld machen. Anscheinend sind sie da bei dir auf fruchtbaren Boden gestoßen :D


    Nun aber husch husch das Kompetenzzentrum engagieren und alle Medikamente von online-Apotheken entsorgen :rolleyes:

  • Zitat

    Original geschrieben von HoldaT
    ChickenHawk: Nach 15 Jahren hast du schon wieder gute 20000 € Investitionsstau vergessen. Außerdem sind 230000 € in 15 Jahren mit einem Einsatz von 1300 € monatlich wohl kaum komplett zu tilgen?!


    Wie kalkulierst du außerdem die Verzinsung des Eigenkapitals?


    Nö habe ich nicht, deswegen schrieb ich ja das in der Praxis noch anders gerechnet werden muss. Und das man bei einem Kredit noch die Zinsen berücksichtigen muss ist auch klar, allerdings bekommt man derzeit das Geld ja eher noch hinterhergeschmissen, wenn man dann noch ein wenig an EK mit in den Topf schmeißen kann ist das in 15 Jahren durchaus zu schaffen, ansonten dauert es halt 17 Jahre.


    Und wie schon geschrieben wurde:
    Wo kein EK da ist braucht man sich über Verzinsung keine Gedanken zu machen, ebenso hat jemand der das nötige Kleingeld auf der hohen Kante hat einen ganz anderen Ansatzspunkt.


    Ich stimme dahingehend zu, dass es wenig Sinn macht eine Immobilie komplett "cash" zu kaufen wenn es keinen wirtschaftlichen Nutzen hat nur um sie zu haben, da kann man in der Tat mit dem Geld etwas sinnvolleres anfangen.


    Nur hat eben nicht jede junge Familie gleich mal eben 200-300K zur Verfügung. Die können sich daher entscheiden Miete oder einen Kredit zu bezahlen und in dieser Konstellation kann es (auch wirtschaftlich) durchaus sinnvoll sein eher auf den Kauf und Kredit anstatt auf Miete zu setzen da sie am Ende wenigstens noch einen Gegenwert haben.

  • Zitat

    Original geschrieben von tobias2k
    Ich für meinen Teil glaube, dass du vor mir dumm aus der Wäsche guckst ;)


    Sicher, sicher... Sicher auch alle anderen Leute, die du so kennst.


    Ich habe hier nur meine Meinung geäußert, die sich über das Vermieten von knappen 70 Wohnungen und über Jahre der teilweise leidvollen Erfahrungen von Häuslebauern in meiner Kundschaft herausgebildet hat. Ich habe dich nicht angepisst oder vollgemotzt. Also bitte! Sonst maule ich dich auch persönlich voll...


    Ich habe mich in der Aufzuchtphase ganz bewusst für ein gemietetes Stadthaus entschieden, dessen Entfernung zu KITA und Schule bei etwa 250 m liegt. Im Umkreis sind in 10 min Laufweite 5 Supermärkte, 2 Apotheken, ein Krankenhaus und mehrere Ärzte. Eben alles was man so braucht. Dadurch konnten wir gegenüber dem früheren Pampaleben gehörig Zeit und ein Auto einsparen.


    Zu meinem Bestand gehören mehrere Niedrigenergiehäuser mit jeweils 8 Wohnungen, die aber eben auch alle in urbanen Zentren liegen. Pampa-Immobilien habe ich noch nie besessen.


    Wären meine Gutachten zu zig Niedrigenergie- und Passivhäusern nicht vertraulich, könnte ich dir mal einen ganzen Sack Mangelimmobilien mailen. Die Leute wollen ein Passivhaus, beauftragen den billigsten Bieter, der wiederum den billigsten Lieferanten beauftragt, der wiederum den billigsten Hilfsclown schickt und der wiederum kennt nur passives Verhalten, aber eben nicht wirklich die Funktionsweise eines Passivhauses.


    Zum Spiegel-Artikel nur soviel: Ich komme aus einer Gegen die seit 1990 mehr als 25 % der Bevölkerung verloren hat, bis 2020 nochmal 17 % verlieren soll und sich zunehmend aus den Rand- auf die Kernbereiche zurückzieht. Ich habe Kundschaft (potentielle Rentner) die gezielt aus der Randlage in die Stadt wollen und sich einen Berater suchen, der Wohnungen in urbanen Räumen mit vollständiger Infrastruktur sucht. Unter Infrastruktur ist dabei definitiv keine Straße und kein Abwasserkanal zu verstehen.


    IMHO sind Ränder von ballungsgebieten in Zukunft massiv existensbedroht, da Verkehr wieder teuer wird und die Masse der Leute eben nicht über bezahlbare Fortbewegungsmittel verfügen wird. Nur so am Rande kann man sich diesbezüglich an die DDR zurück erinnern. Damals verdienten die Leute 750 DDR-Mark und zahlten für den Liter Sprit 1,55 DM. Betriebe mit 10000 Beschäftigten hatten deshalb teilweise nur wenige Dutzend Parkplätze. Der Verkehr wurde nahezu komplett öffentlich abgewickelt (Betriebsbusse etc. etc.) Wenn nun aber in der heute (im Osten) viel kleinteiligeren Wirtschaft o.a. Preisrelation eintrifft, was wird dann aus 100-km-Pendlern? Die müssen umziehen oder von HartzIV leben, dazwischen wird es kaum Alternativen geben. Die steigenden Energiepreise werden entsprechend genau wie die sinkende Bevölkerung als Katalysator für eine weitere Verstädterung wirken. Da nutzt dann das Niedrigenergiehaus in der Pampa nur noch dem Pensionär, der gesund genug zum Autofahren und finanziell fremdversorgt ist. Entsprechend werden sich die Preise dieser Immobilien entwickeln.


    Nun aber genug, dieses Thema ist definitiv kein TT-Thema und wird von der Masse der Eigennutzer viel zu emotional gesehen. Die Träger der rosaroten Brillen vergessen in o.a. Kalkulationen nämlich IMHO immer wieder die das Wohnglück am meisten beeinflussenden Randbedingungen: Krankheit, Arbeitslosigkeit, Scheidung. Und Schluss. Jede nach seinen Geschmack und den Taschenrechner nicht vergessen.

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