Vergangenheit in Deutschland noch immer ein Tabuthema?

  • Zitat

    Original geschrieben von NoTeen
    Toleranz? :)


    ... halte ich sehr viel von. Sollte ein Kind auch früh lernen.


    Wie bereits geschrieben, so wie der Beitrag inhaltlich aufgefasst wurde, sollte er nicht sein.


    Fand die Formulierung mit dem deutsch lernen nur etwas hart. Kann man auch in Richtung Ausländer etc. verstehen.


    Denke das dies aber keiner hier so meint.

  • Zitat

    Original geschrieben von aerox99


    Fand die Formulierung mit dem deutsch lernen nur etwas hart. Kann man auch in Richtung Ausländer etc. verstehen.


    Denke das dies aber keiner hier so meint.


    Zur Präzisierung: Aufgrund Artikel 3(3) GG kann man, wenn man will, daß alle Kinder deutsch sprechen (Soziale Kompetenz erlangen oder zumindest eine warme Mahlzeit am Tag bekommen), wenn sie zur Schule kommen, nur für die generelle Kindergartenpflicht sein. Dieser muß kostenlos sein - wenn Du es Dir leisten willst oder kannst habe ich kein Problem damit wenn eine Regelung, analog der Krankenversicherung, eingeführt wird.

  • Zitat

    Original geschrieben von aerox99
    ...Wie bereits geschrieben, so wie der Beitrag inhaltlich aufgefasst wurde, sollte er nicht sein...


    Na ja, Deine Aussage hat dennoch einen seltsamen Beigeschmack. Sicher "gehören" in einen solchen Kindergarten Kinder, die zuhause keine Manieren beigebracht bekommen haben. Aber von wem sollen sie die denn lernen, wenn nicht von Gleichaltrigen, die es besser wissen und können?


    Ganz bestimmt ist das eine Art, es sich einfach zu machen. Aber das ist nun mal der Weg unserer heutigen Gesellschaft. Die eigene Verantwortung immer weiter von sich weg schieben und an Behörden, Institutionen, Kindergärten und Schulen abtreten. Wenn die Gören dann nix werden, dann ist selbstverständlich die Schule schuld.


    Das ist einer der Gründe, warum ich - um mal den Bogen ein Stück weit zurück zu spannen - mit den Ideen der Frau Herman durchaus sympathisiere: Die soziale Problematik im Hinblick auf Kinder war viel weniger stark ausgeprägt, solange die Männer das Geld verdient haben und die Frauen zuhause am Herd standen. Meinetwegen dürfen die Rollen gerne umgekehrt verteilt sein, aber ich finde das "alte" Rollenbild noch immer gut und - in einem gewissen Umfang - richtig. Sicher gibt es viele Frauen, die sich lieber beruflich verwirklichen möchten anstatt Kinder großzuziehen. Bitte, nur zu. Was ich aber nicht richtig finde, ist, daß eine Frau heutzutage gesellschaftlich geächtet ist, wenn sie nicht nur den Erziehungsurlaub voll ausschöpft, sondern vielleicht sogar danach noch "wegen der Kinder" zuhause bleibt. Ja, ich ertappe mich auch selbst dabei, wie ich solche Frauen in meinem Bekanntenkreis eher geringschätzig behandle für etwas, was in meiner Kindheit noch der Regelfall war.


    Und um jetzt endgültig den Bogen hin zum Threadtitel zu schaffen:


    Entscheidend hierbei ist, daß sich unsere Gesellschaft wieder auf moralische Werte zurückbesinnen sollte. Die Beweggründe von Hitlers Familienpolitik waren ganz andere - sie wurden weiter oben bereits genannt - die mit Menschlichkeit ganz und gar nichts zu tun hatten. Darum ist eine Diskussion unter Heranziehung von Vergleichen aus der Hitlerzeit obsolet.


    Grundsätzlich aber ist die Deutsche Vergangenheit kein Tabuthema. Die Zeit der Nazidiktatur ist und bleibt ein hochsensibles Thema, über das man aber dennoch trefflich diskutieren kann und darf. Man sollte aber überlegen, welche Vergleiche aus dieser Zeit man in die Gegenwart trägt, da die Thematik per se immer ideologiebehaftet ist.


    cu


    NoTeen


  • Nicht nur aus dieser Zeit - immer, z.B. Frauenbild wilhelminische Ära, katholisches (wie hieß der Bischof doch gleich), Urwaldstämme mit Matriarchat.


    Diskussionen mit Vergleichen sind emotional, der Versuch die Diskussion rational zu halten bedarf einer akzeptierten Zielvorgabe, z.B.: Wie vermindere ich Schulabgänger (Ausländer wie Deutsche) ohne Schulabschluß.

  • Die Entwicklung dieses Threads in den letzten Posts ist ein hervorragendes Beispiel für eine öffentliche Keulung, wie wir sie bei Eva Herman gesehen haben.


    Jemand sagt etwas wie "solche Kindergärten", was zugegeben einige Interpretationen offen lässt, und wird anschließend vehement mit dem allseits bekannten Ausländerfeindlichkeitsvorwurf angegangen. Wohl gemerkt ist dieser nur eine mögliche Interpretation. Aber es ist ein Totschlagargument, fast gleich stark wie die "Du bist wohl ein Nazi"-Keule. Wird auf so ein "Argument" in irgendeiner Weise reagiert, kann man nur noch mehr verlieren. Es sei denn, man distanziert sich vollständig und unmissverständlich von seinen Äusserungen, was dann bei böswilliger Auslegung zur Folge haben kann, dass diese Äusserungen auch als im Kern unrichtig hingestellt werden und man auch nach einer Distanzierung von der Gegenseite als Gesprächspartner mit voller "moralischer" Absicht nicht mehr ernst genommen wird. Man hat ja schließlich "verquere" Ansichten, die ständig einer Berichtigung bedürfen.


    Manchmal frage ich mich, ob der Andere nicht mit Absicht missverstanden werden soll.


    Leider ist so ein Diskussionsstil in unserem Land und auch in den Medien ja schon fast Salonfähig geworden, ist es doch so schön einfach, auf diese Weise den Disputgegner in Misskredit und damit ins Abseits zu stellen.

  • Zitat

    Original geschrieben von BernieP
    Leider ist so ein Diskussionsstil in unserem Land und auch in den Medien ja schon fast Salonfähig geworden, ist es doch so schön einfach, auf diese Weise den Disputgegner in Misskredit und damit ins Abseits zu stellen.


    Dazu Deborah Tannen - Laß uns richtig streiten

  • Moin,
    wollte nur mal vermelden, daß ich die Diskussion mit Interesse verfolge und mich am ehesten den Meinungen von NoTeen und <registered> anschliesse und folglich von diesen schon gesagtes nicht wiederholen muss ;)


    Eine Ohrfeige würde ich allerdings auch nicht schon in die Gewaltecke bis hin zum sexuellen Missbrauch einordnen wollen, das sind für mich zwei deutlich verschiedene Sachen.


    Nachtrag: (bei Korrekturlesen aufgefallen)
    Eigentlich müsste sich ja jetzt jemand finden, der obige Aussage so ummünzt:
    "Aha, der schlägt seine Kinder!"
    An dieser Stelle kann ich beruhigen: Geht nicht, habe keine :D

    Gier frisst Hirn, soweit vorhanden | Rauchen bildet - Krebs Meine Frau starb daran.

  • Zitat

    Original geschrieben von NoTeen
    Aber von wem sollen sie die denn lernen, wenn nicht von Gleichaltrigen, die es besser wissen und können?


    Du kennst aber die normierende Kraft der Masse? Ich hab mich neulich mit Eltern unterhalten, dessen Tochter seit diesem Jahr in die Schule geht. Die letzten 6 Jahre hatten die Eltern also Zeit das Kind zu erziehen. Nach nur einer Woche Schule merkte die Mutter schon wie ihr Kind sich veränderte zum negativen. Die einfachsten Umgangsformen die Jahrelang beigebracht worden sind waren auf einmal vergessen. So schnell kann es also gehen. Und fakt ist doch mal, dass das negative eher auf andere übergeht als das positive.

  • Tja, dann bleibt uns wohl nur noch - wenn wir Deinen Faden mal weiterspinnen - die Unterprivilegierten wegzusperren oder in Ghettos zu halten, damit sie nicht den sozialen Schnitt drücken.


    Da wohl anzunehmen ist, daß so krasse Maßnahmen nicht im Interesse unserer Kultur sind, gibt es nicht viele weitere Möglichkeiten.


    Die eine davon ist, die Erziehung unserer Kinder in die Hände von Institutionen zu geben - was eine Pflicht zum Dabeisein für alle voraussetzt - die andere wäre, die Familien wieder zu stärken, indem man - um nochmal zu versuchen, wieder ein Stück weit zum eigentlichen Thema zurückzukommen - zum Beispiel die Frauen wieder zurück an den Herd bringt. Meinetwegen auch die Männer, aber ich bin nunmal in Bayern aufgewachsen, da lebt man noch mit "alten" Rollenbildern ;)


    cu


    NoTeen


    [EDIT] @BernieP: Möchtest Du bitte mit Zitaten belegen, wo hier im Thread ich einem Diskussionspartner radikales Gedankengut, Fremdenfeindlichkeit oder sonstwas unterstellt habe oder sonstwie versucht hätte, jemanden zu diskreditieren? Danke.

  • Re: Vergangenheit in Deutschland noch immer ein Tabuthema?


    Zitat

    Original geschrieben von sope
    letztendlich empfinde ich die meinung von eva herrmann - auch wenn sie vielleicht nicht sehr glücklich formuliert wurde - legitim. warum sollte es nicht möglich sein in deutschland unaufgeregt über mögliche positive ansätze vergangener zeiten zu diskutieren?


    Nur ist das garnicht Eva Hermans Meinung!


    Sie hat, wie man im Zitat einwandfrei herauslesen kann sinngemäß gesagt "das es (Familien-)Werte gab, die durch die Nationalsozialisten und die 68er zerstört wurden".


    Insofern gibt es nichts, worüber man sich aufregen müsste.


    Zitat

    Eine Ohrfeige würde ich allerdings auch nicht schon in die Gewaltecke bis hin zum sexuellen Missbrauch einordnen wollen, das sind für mich zwei deutlich verschiedene Sachen.


    Wenn du neben mir im Bus sitzt und ins Handy quatscht und ich dir dann ne Schelle gebe, weil ich will, daß du ruhig bist...dann kannst du mich dafür anzeigen! Warum die gleiche Sache dann eine Bagatelle sein soll, bloß weil die Schelle in der Familie bleibt, will mir nicht einleuchten.


    Und um mal die Dimensionen zurecht zu rücken, ein Kind zu schlagen ist nix anderes, als auf ne alte Oma, nen Komapatienten oder Spastiker einzuschlagen-die dürften genauso viel Gegenwehr leisten können, wie ein Kind.

Jetzt mitmachen!

Sie haben noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registrieren Sie sich kostenlos und nehmen Sie an unserer Community teil!